Den größten Anteil bildeten
die Salmonellenerkrankungen, deren Zahl sich auf 3 636 belief.
Dieser Wert liegt um 12 Prozent unter dem des Vorjahres und bedeutet
die geringste Erkrankungshäufigkeit seit 1991 (2 964 Fälle).
Bezogen auf 100 000 Einwohner, trat Salmonellose am häufigsten
in Weißensee (219 Fälle) auf, gefolgt von Hohenschönhausen
(173) und Treptow (161). Die wenigsten Fälle registrierten
die Bezirke Zehlendorf (44) und Wilmersdorf (55).
Außer im Stadtstaat Bremen konnte
in allen Bundesländern ein Rückgang dieser Erkrankungsart
beobachtet werden.
Auch bei den übrigen Formen der
Darmerkrankungen (d.h. den Enteriden nach Ausschluß der
Salmonellose) entspannte sich die Situation deutlich. 1 028 Fälle
wurden 1995 registriert, ein Rückgang von 10 Prozent. Die
Inzidenzrate (Erkrankungen je 100 000 Einwohner) lag in Berlin
mit 30 Fällen wesentlich unter dem Bundesdurchschnitt (91
Fälle).
Weniger günstig sah es bei den
Gelbsuchterkrankungen der Form A aus. Fast 800 Personen mußte
diese Diagnose mittgeteilt werden, eine Steigerung von 28 Prozent.
Diese Verschlechterung erfolgte trotz der seit Ende 1992 von der
Ständigen Impfkommission (STIKO) für besonders gefährdete
Personengruppen empfohlenen Schutzimpfung (z.B. bei Reisen in
oder aus Endemiegebieten). An Hepaptitis B erkrankten 15 Personen
weniger als im Jahre 1994 (316 Fälle). Die Zahl der tatsächlich
neu Infizierten dürfte allerdings um ein mehrfaches höher
liegen, da nicht bei allen die Infektion auch zur Erkrankung führt.
Mit einer Inzidenzrate von 99 lag Kreuzberg
bei allen Virushepatitisarten an vorderster Stelle, vor Tiergarten
(98) und Schöneberg (83). Während sich der entsprechende
Wert in Berlin insgesamt auf 36 belief, wies Hellersdorf die geringste
Rate auf (11). Diese Rangfolge entspricht der des Vorjahres.
Die gemeldeten Fälle von Shigellenruhr
(156) erhöhten sich zwar um 5 Prozent gegenüber dem
Vorjahr, von einem Trend kann hier allerdings nicht gesprochen
werden, da die letzten zehn Jahre einen recht sprunghaften Verlauf
aufzeigen.
Wie das Statistische Landesamt weiter
meldet, sanken die Meningitis/Encephaltis-Erkrankungen mit 120 Fällen gegenüber dem Vorjahr um 20 und
erreichten damit den niedrigsten Stand der letzten elf Jahre.
Trotz dieser erfreulichen Entwicklung verdienen die Entzündungen
der Gehirnhaut nach wie vor große Aufmerksamkeit, da der
Schweregrad bedingt durch Spätschäden und hoher Sterblichkeit
beträchtlich ist.
Im Verhältnis zu den vergangenen
sechs Jahren mußte bei den gemeldeten Malaria-Fällen
ein recht hohes Niveau verzeichnet werden. 102 erkrankte Personen
bedeuten eine Zunahme von 31 Prozent im Vergleich zu 1994. Keine
konsequente Malariaprophylaxe bei Fernreisen dürfte die Hauptursache
für die eingeschleppte Tropenkrankheit sein.
| Jahr | Enteritis infectiosa | Virushepatitis | Meningitis/ Encephalitis |
Shigel- lenruhr/ Ruhr |
Malaria | |||
| Salmo- nellose |
übrige Formen |
Typ A | Typ B | übrige Formen |
||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | |
| Berlin | ||||||||
| 1986 | 1 056 | 1 294 | 531 | 389 | 99 | 601 | 202 | 118 |
| 1987 | 931 | 1 159 | 591 | 372 | 87 | 978 | 195 | 71 |
| 1988 | 1 483 | 1 552 | 639 | 337 | 94 | 690 | 536 | 103 |
| 1989 | 1 368 | 1 190 | 542 | 366 | 93 | 387 | 458 | 94 |
| 1990 | 1 845 | 1 173 | 505 | 338 | 68 | 446 | 219 | 76 |
| 1991 | 2 964 | 767 | 939 | 304 | 69 | 457 | 126 | 83 |
| 1992 | 7 204 | 767 | 806 | 309 | 55 | 217 | 118 | 84 |
| 1993 | 4 366 | 973 | 671 | 272 | 104 | 191 | 162 | 76 |
| 1994 | 4 149 | 1 142 | 623 | 316 | 87 | 140 | 148 | 78 |
| 1995 | 3 636 | 1 028 | 797 | 301 | 152 | 120 | 156 | 102 |


© Statistisches Landesamt Berlin 1996


