Mehr Schwangerschaftsabbrüche bei Berlinerinnen unter 15 Jahren
Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes unterzogen sich im Jahr 2003 bundesweit 10 881 Berlinerinnen einem Schwangerschaftsabbruch, 463 weniger als 2002.
Angestiegen ist allerdings die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gegenüber dem Vorjahr bei den unter 15-jährigen von 47 auf 55. Bei den über 40-jährigen waren es 119 bzw. knapp ein Fünftel mehr. In allen anderen Altersgruppen ging die Zahl zurück.
Schwangerschaftsabbrüche in Berlin 2003
nach Alter, Indikation, und Familienstand der Frauen
| Merkmal | Berlin (Wohnsitz der Frauen) | ||
| 2001 | 2002 | 2003 | |
| Abbrüche 1) | 11 605 | 11 344 | 10 881 |
| Schwangere im Alter von ... Jahren | |||
| unter 15 | 47 | 47 | 55 |
| 15 bis unter 18 | 527 | 516 | 506 |
| 18 bis unter 25 | 3 437 | 3 414 | 3 352 |
| 25 bis unter 30 | 2 662 | 2 577 | 2 357 |
| 30 bis unter 35 | 2 518 | 2 399 | 2 184 |
| 35 bis unter 40 | 1 785 | 1 788 | 1 705 |
| 40 Jahre und älter | 629 | 603 | 722 |
| nach Begründung des Abbruchs | |||
| Beratungsregelung | 11 297 | 11 081 | 10 643 |
| Medizinische Indikation | 308 | 261 | 234 |
| nach Art des Abbruchs | |||
| Curettage | 753 | 791 | 628 |
| Vakuumaspiration | 10 249 | 9 779 | 9 462 |
| Medikamentöser Abbruch | 228 | 207 | 157 |
| Mifegyne / Mifepreston | 374 | 567 | 634 |
| nach Ort des Abbruchs | |||
| Krankenhaus (ambulant) | 1 205 | 1 253 | 817 |
| Krankenhaus (stationär) | 427 | 352 | 321 |
| Gynäkologische Praxis | 9 973 | 9 739 | 9 743 |
| nach Familienstand der Schwangeren | |||
| ledig | 6 144 | 6 165 | 5 998 |
| verheiratet | 4 819 | 4 618 | 4 337 |
| verwitwet | 30 | 24 | 17 |
| geschieden | 612 | 537 | 529 |
| nach Zahl der Lebendgeborenen | |||
| keine | 4 984 | 4 982 | 4 814 |
| 1 | 3 230 | 3 060 | 2 992 |
| 2 | 2 330 | 2 321 | 2 131 |
| 3 und mehr | 1 083 | 981 | 944 |
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1) ohne Schwangerschaftsabbrüche im Ausland Quelle: Statistisches Bundesamt |
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Etwa jede vierte betroffene Berlinerin war 35 Jahre und älter.
Das Gros der Eingriffe, so das Statistische Landesamt weiter, wurde ambulant durchgeführt - 97 Prozent in gynäkologischen Praxen bzw. ambulant in Krankenhäusern. Drei Prozent entschlossen sich nach entsprechender Indikation für eine stationäre Einweisung.
Seit November 1999 ist als Alternative zum chirurgischen Schwangerschaftsabbruch ein Abbruch mit der Abtreibungspille Mifegyne möglich, die eine schonendere Methode des Abbruchs darstellt. Die Pille darf nur direkt an Ärzte und Kliniken ausgegeben werden. Schwangerschaftsabbrüche mit "Mifegyne" machten allerdings 2003 nur einen Anteil von 5,8 Prozent aus. Nach wie vor dominiert mit 87 Prozent die Vakuumaspiration (Absaugmethode) vor der Curretage und dem medikamentösen Abbruch.
Auskünfte erteilt der Fachbereich Gesundheitsstatistik:
Mehr als die Hälfte der Frauen (55 Prozent) war zum Zeitpunkt des Eingriffs ledig, verheiratet war jede dritte Frau. 44,2 Prozent der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt, jede zwölfte hatte drei Kinder und mehr.
98 Prozent der gemeldeten Eingriffe erfolgten nach der Beratungsregelung. In 234 Fällen (zwei Prozent) wurde der Abbruch mit einer medizinischen Indikation begründet. Die Dauer der Schwangerschaft überschritt in 1,3 Prozent der Fälle die dreizehnte Woche.
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