Pressemitteilung 080/04 vom 30.4.2004

Mehr Schwangerschaftsabbrüche bei Berlinerinnen unter 15 Jahren

Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes unterzogen sich im Jahr 2003 bundesweit 10 881 Berlinerinnen einem Schwangerschaftsabbruch, 463 weniger als 2002.
Angestiegen ist allerdings die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche gegenüber dem Vorjahr bei den unter 15-jährigen von 47 auf 55. Bei den über 40-jährigen waren es 119 bzw. knapp ein Fünftel mehr. In allen anderen Altersgruppen ging die Zahl zurück.

Schwangerschaftsabbrüche in Berlin 2003
nach Alter, Indikation, und Familienstand der Frauen

Merkmal Berlin (Wohnsitz der Frauen)
2001 2002 2003
Abbrüche 1) 11 605 11 344 10 881
Schwangere im Alter von ... Jahren
unter 15 47 47 55
15 bis unter 18 527 516 506
18 bis unter 25 3 437 3 414 3 352
25 bis unter 30 2 662 2 577 2 357
30 bis unter 35 2 518 2 399 2 184
35 bis unter 40 1 785 1 788 1 705
40 Jahre und älter 629 603 722
nach Begründung des Abbruchs
Beratungsregelung 11 297 11 081 10 643
Medizinische Indikation 308 261 234
nach Art des Abbruchs
Curettage 753 791 628
Vakuumaspiration 10 249 9 779 9 462
Medikamentöser Abbruch 228 207 157
Mifegyne / Mifepreston 374 567 634
nach Ort des Abbruchs
Krankenhaus (ambulant) 1 205 1 253 817
Krankenhaus (stationär) 427 352 321
Gynäkologische Praxis 9 973 9 739 9 743
nach Familienstand der Schwangeren
ledig 6 144 6 165 5 998
verheiratet 4 819 4 618 4 337
verwitwet 30 24 17
geschieden 612 537 529
nach Zahl der Lebendgeborenen
keine 4 984 4 982 4 814
1 3 230 3 060 2 992
2 2 330 2 321 2 131
3 und mehr 1 083 981 944
1) ohne Schwangerschaftsabbrüche im Ausland

Quelle: Statistisches Bundesamt


Etwa jede vierte betroffene Berlinerin war 35 Jahre und älter.
Mehr als die Hälfte der Frauen (55 Prozent) war zum Zeitpunkt des Eingriffs ledig, verheiratet war jede dritte Frau. 44,2 Prozent der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt, jede zwölfte hatte drei Kinder und mehr.

Das Gros der Eingriffe, so das Statistische Landesamt weiter, wurde ambulant durchgeführt - 97 Prozent in gynäkologischen Praxen bzw. ambulant in Krankenhäusern. Drei Prozent entschlossen sich nach entsprechender Indikation für eine stationäre Einweisung.
98 Prozent der gemeldeten Eingriffe erfolgten nach der Beratungsregelung. In 234 Fällen (zwei Prozent) wurde der Abbruch mit einer medizinischen Indikation begründet. Die Dauer der Schwangerschaft überschritt in 1,3 Prozent der Fälle die dreizehnte Woche.

Seit November 1999 ist als Alternative zum chirurgischen Schwangerschaftsabbruch ein Abbruch mit der Abtreibungspille Mifegyne möglich, die eine schonendere Methode des Abbruchs darstellt. Die Pille darf nur direkt an Ärzte und Kliniken ausgegeben werden. Schwangerschaftsabbrüche mit "Mifegyne" machten allerdings 2003 nur einen Anteil von 5,8 Prozent aus. Nach wie vor dominiert mit 87 Prozent die Vakuumaspiration (Absaugmethode) vor der Curretage und dem medikamentösen Abbruch.

Auskünfte erteilt der Fachbereich Gesundheitsstatistik:
Statistisches Landesamt Berlin
Alt-Friedrichsfelde 60
10315 Berlin
Telefon: (030) 9021 3319
Telefax: (030) 515 88 313
E-Mail: gesundheit@statistik-berlin.de

© Statistisches Landesamt Berlin 2004; Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.
 
 
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