Pressemitteilung 151/05 vom 10.8.2005

Erneuter Anstieg der Zahl der Sozialhilfeempfänger vor HARTZ IV

Am Jahresende 2004, unmittelbar vor Inkrafttreten von HARTZ IV, bezogen in Berlin insgesamt 275 691 Personen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt, darunter 270 585 Personen außerhalb von Einrichtungen. Es handelt sich dabei um Hilfen an Anspruchsberechtigte im Zusammenhang mit den Bedürfnissen des täglichen Lebens. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, war damit die gemeldete Zahl der Sozialhilfeempfänger um 9 601 Personen bzw. 3,6 Prozent höher als Ende des Vorjahres.

Die Empfängerzahl nahm im Jahr 2004 in allen 12 Berliner Bezirken zu. Am stärksten war die Zunahme im Bezirk Reinickendorf (10,0 Prozent), im Bezirk Mitte dagegen war eine Zunahme nur um 0,3 Prozent zu verzeichnen.

Ende 2004 waren insgesamt 8,1 Prozent der Bevölkerung auf Sozialhilfe angewiesen (2003: 7,8 Prozent). Der Anteil der weiblichen Sozialhilfeempfänger betrug 51,7 Prozent (142 407 Personen).

97 638 Empfänger von Sozialhilfe waren Minderjährige; ihr Anteil an den gesamten Empfängern betrug wie Ende des Vorjahres 35 Prozent. Weitere 11 Prozent (30 105 Personen) der Empfänger waren zwischen 18 und 25 Jahren, 39 Prozent (106 752 Personen) im Alter zwischen 25 und 50 Jahren und etwas mehr als 3 Prozent waren 65 Jahre und älter (9 129 Personen).

Ende 2004 gab es 74 092 ausländische Empfänger von Sozialhilfe. Ihr Anteil an allen Empfängern betrug 26,9 Prozent (Vorjahr: 27,3 Prozent). Gegenüber 2003 hat sich die Zahl der ausländischen Sozialhilfeempfänger um 1 430 Personen bzw. 2,0 Prozent erhöht. Bezogen auf 1 000 Einwohner der jeweiligen Bevölkerungsgruppe ist die Zahl der ausländischen Sozialhilfeempfänger mit 163 mehr als zweimal so hoch wie die der deutschen Hilfeempfänger (69).

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurde Sozialhilfe in Berlin regional weiterhin sehr unterschiedlich Anspruch genommen. Bezogen auf 1 000 Einwohner hatten die Bezirke Neukölln mit 143, Mitte mit 132 und Friedrichshain-Kreuzberg mit 130 sehr hohe Empfängerzahlen. Relativ geringe Empfängerzahlen je 1 000 Einwohner waren in der Bezirken Steglitz-Zehlendorf mit 40 und Treptow-Köpenick mit 43 zu verzeichnen. Absolut hatten der Bezirk Neukölln mit 43 663 die höchste und der Bezirk Treptow-Köpenick mit 10 164 die geringste Zahl von Sozialhilfeempfängern.

Empfänger/innen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt
in Berlin am Jahresende 2004 nach Bezirken

Bezirk Ins-
gesamt
Darunter Veränderung
zum Vorjahr
in %
Empfänger
je 1000
Einwohner
Anteil an den
Empfängern
insgesamt
in %
weiblich Ausländer
Mitte 42 212 21 411 17 850 0,3 132 15,3
Friedrichshain-Kreuzberg 33 726 16 636 12 425 1,4 130 12,2
Pankow 18 142 9 248 1 044 3,1 52 6,6
Charlottenburg-Wilmersdorf 18 633 9 690 5 541 4,3 59 6,8
Spandau 21 940 11 664 4 019 0,7 97 8,0
Steglitz-Zehlendorf 11 656 6 331 2 468 6,4 40 4,2
Tempelhof-Schöneberg 22 911 12 239 6 887 1,7 69 8,3
Neukölln 43 663 22 183 15 886 4,2 143 15,8
Treptow-Köpenick 10 164 5 166 668 6,3 43 3,7
Marzahn-Hellersdorf 18 455 9 610 1 378 8,2 73 6,7
Lichtenberg 15 560 8 154 2 116 6,9 60 5,6
Reinickendorf 18 629 10 075 3 810 10,0 76 6,8
Berlin 275 691 142 407 74 092 3,6 81 100,0

Über das Datenangebot der Sozialhilfestatistik informiert:
Statistisches Landesamt Berlin
Alt-Friedrichsfelde 60
10315 Berlin
Telefon: 030 9021 3632
Telefax: 030 9021 3776
E-Mail: soziale.leistungen@statistik-berlin.de

© Statistisches Landesamt Berlin 2005; Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.
 
 
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